Freiwillige Feuerwehr Harra (Thüringen)
Seit 17 Jahren besteht nun schon zwischen den beiden Feuerwehren
Großostheim und Harra eine Patenschaft in die sich auch die
jeweiligen Jugendgruppen integrierten.

125 Jahre Feuerwehr Harra
Auf Einladung unserer Partnerfeuerwehr in Harra fuhr eine Abordnung
Großostheimer Feuerwehrleute und deren Partner, insgesamt 15
Personen, im Juni 2007 nach Thüringen. Anlass für die Einladung war
das 125-jährige Gründungsfest der dortigen Feuerwehr, dass in den
Rahmen der Festwoche “775 Jahre Harra” eingebettet war.
1. Tag - Freitag der 8. Juni:
Schon früh am Morgen wurde auf der Großostheimer Feuerwache auf
einen der Wechsellader der Abrollbehälter “Plane” aufgesattelt und
mit unserer historischen Saug- und Druckspritze aus dem Jahre 1898
verladen. Gegen 9 Uhr ging dann die Fahrt in das rund 300 Kilometer
entfernte Harra los, wo wir gegen 14 Uhr eintrafen.
In der gewohnten Herzlichkeit wurden wir dort begrüßt und zu einer
Kaffeetafel mit selbstgebackenem Kuchen eingeladen. Anschließend
erfolgte die Quartierbelegung. Um 18 Uhr begann dann das
Feuerwehrfest mit einer Schauübung der Feuerwehren Harra und
Lobenstein. Danach traf man sich zur geselligen Runde im Festzelt.
Für Essen (Thüringer Rostbratwürste und Grillsteaks) und Trinken war
reichlich gesorgt.
Eine Besonderheit des Festes war, dass man nicht mit Euro & Cent
sondern nur mit Harra-Dollars bezahlen könnte. Doch damit hatten uns
unsere Kameraden reichlich ausgestattet. Die Stimmung war bereits am
ersten Abend sehr gut und man konnte am nächsten Tag erfahren, dass
zur fortgeschrittenen Stunde sogar der Bürgermeister von Harra einen
in der fremden Umgebung orientierungslos gewordenen Teilnehmer
unserer Reisegruppe sicher zu seinem Nachtlager brachte.
2. Tag - Samstag, der 9. Juni:
Bereits um 9 Uhr begannen die Wettkämpfe zur
“Kreisbrandmeisterbereichsausscheidung”. Hierzu waren auf dem
Sportplatz 10 Mannschaften angetreten, die im Rahmen einer
Löschangriffsübung um die schnellste Zeit wetteiferten. Jede
Mannschaft nutze dazu ihr eigenes Gerät, das besonders sorgfältig
vorbereitet und aufgebaut wurde. Nach dem Startschuss eines
Schiedsrichter wurden die Saugschläuche gekuppelt und das
Löschwasser aus einem Wasserbehälter angesaugt. Über B-Schläuche,
Verteiler, C-Schläuche wurden drei Rohre angeschlossen und zielgenau
musste eine vorgegebene Wassermenge in kleine Behälter eingebracht
werden. Erst dann wurde die Zeit abgestoppt. Die Wettkampfmannschaft
unserer Partnerfeuerwehr brauchte dafür nur 38,4 Sekunden. Sie wurde
nur von einer Werkfeuerwehr um Sekundenbruchteile unterboten. Alle
Achtung und herzlichen Glückwunsch!
Um 14 Uhr fand ein Festumzug der Feuerwehr statt, an dem zahlreiche
Feuerwehren aus nah und fern teilnahmen. Auch wir marschierten,
trotz tropischer Temperaturen, in unseren dicken Uniformen mit. Mit
dabei war auch unsere historische Spritze, für die die Kameraden aus
Harra eine Pferdegespann organisiert hatten. Bei den zahlreichen
Zuschauern am Straßenrand löste sie oft ein anerkennendes Raunen
aus und sie wurde sogar mit kräftigem Beifall begrüßt.
Neben zahlreichen historischen Geräten und modernen
Feuerwehrfahrzeugen waren auch viele Fahrzeuge und Geräte aus
DDR-Zeiten zu sehen, die insbesondere unser Interesse erweckten,
denn auch wenn die Fahrzeuge optisch für uns einen ungewohnten
(alten / robusten) Anblick boten, so ist ihre feuerwehrtechnische
Beladung sehr umfangreich und leistungsfähig. Darüber hinaus
befinden sich die Fahrzeuge meist in einem noch sehr guten Zustand.
Am späten Nachmittag traf man sich wieder im Festzelt am Tivoli.
Hier standen nach einem Platzkonzert Grußworte der Feuerwehren, die
Siegerehrungen des Wettkampfes und von Seiten der Gemeinde Harra die
Ehrung von Horst Grüner für seine 50-jährige Feuerwehrmitgliedschaft
auf dem Programm. Unser Kamerad Horst war auch lange Jahre
Kommandant der FF Harra und ist zusammen mit seiner Frau Gisela der
Motor und die gute Seele unserer Partnerschaft.
Schnell vergingen die Stunden bis zum großen Jubiläumsfeuerwerk das
mit Händels “Feuerwerksmusik” unterlegt war und in diesem Umfang
eigentlich keiner von uns erwartet hatte.
3. Tag - Sonntag, der 20. Juni:
Die meisten von uns begannen den Tag mit dem
Posaunen-Festgottesdienst in der evangelischen. Kirche. Anschließend
boten entweder ein Frühschoppen oder eine Ausstellung historischer
LandgeräteFahrzeuge und ein Handwerkermarkt auf dem Dorfplatz die
nötige Kurzweile bis zum Beginn des Festumzuges “775 Jahre Harra”.
Da unsere Kameraden in vielen Gruppen und Vereinen eingebunden
waren, konnten wir sie in zahlreichen Festzugsgruppen wiederfinden.
Auch hier kann den Verantwortlichen ein große Anerkennung
ausgesprochen werden. Der Einfallsreichtum und das Engagement, die
historische Vergangenheit dazustellen, ist für eine verhältnismäßig
kleine Gemeinde mit rund 1000 Einwohnern sehr beachtlich! Das klappt
nur wenn sich wirklich “Alle” entsprechend einsetzen - aber so
kennen wir sie ja die Bürger von Harra - die in der kurzen Zeit nach
der Wende ihr Dorf an allen Ecken und Enden herausgeputzt haben.
Viel zu schnell ging sie vorbei die Zeit unseres Besuches bei den
Kameraden von Harra. Nach dem Festzug fuhren wir zurück nach
Großostheim wo wir gegen 20 Uhr eintrafen. Wir freuen uns alle auf
ein baldiges Wiedersehen!
21. Juni 2007 / H. St.